Vom historischen Markt, einer zauberhaften Fee, sprechenden Waldgeistern und … faulen Räubern.

 

Auf der Ginsburg herrscht in diesem Jahr reges treiben: 200 Jahre Siegen-Wittgenstein sollen gefeiert werden – es stehen viele Zelte auf der Burg…

Während Vertreter aller Siegerländer (/Wittgensteiner) Heimatvereine ihr Bestes aus 200 Jahren Siegen-Wittgenstein rund um die Ginsburg präsentieren, ist von unseren Schloßberg Raubrittern zunächst keine Spur zu entdecken.

 

Doch einige aufmerksame Kinder erkennen dann doch ein bekanntes, bärtiges Gesicht zwischen den vielen Leuten:

Da steht Hans Hübner in seinem roten Mantel und murmelt vor sich hin. Ein 200 Jahrs-Fest, das könne er sich gar nicht vorstellen – wie kann man nur soweit zählen?

Für ihn zählt das hier und jetzt und sein aktuelles Problem ist: Seine Raubritter konnte diese ganzen Händler nicht von der Ginsburg fernhalten, denn sie sind fett und faul geworden.

Um dies kurzfristig zu ändern, hat er in seiner Weisheit befohlen, fernab von all dem Trubel, ein Raubritter Trainingslager einrichten zu lassen.

 

„Haha Kinder, passt nur auf – meine Räuber sind die fittesten überhaupt!“

 

Mittlerweile hat es sich unter den Besuchern herumgesprochen und viele Kinder und Eltern folgen dem prahlenden Hans Hübner in den Wald.

Hübner ist so in seine Prahlerei vertieft, dass er gar nicht mitbekommt, dass schon aus der ferne zu erkennen ist – im Raubritter „Trainingslager“ wird nicht nur Sport getrieben…

Jedenfalls:

Als Hübner grade um die Kurve zum Trainingslager einbiegen will frischt der Wind hörbar auf und eine tiefe Stimme ertönt im ganzen Wald:

 

 

Kaum hat der Waldgeist geendet, umgibt die Lichtung oberhalb der Kreuzung eine zauberhafte Atmosphäre.

Und da, tatsächlich! Aus einem zauberhaften Glitzernebel kommt eine wunderschöne Waldfee hervor!

Hans Hübner ist weniger beeindruckt, als sichtlich erfreut. Die Fee kennt er ja nun schon aus den vergangenen Jahren und solch schöne Frauen hat er immer gerne um sich.

Als er sie den Kindern vorstellen will, fängt diese allerdings bestürzt an zu erzählen:

„Hans Hübner, ich bin sehr traurig – ich wollte doch nur einen sommerlichen Spaziergang machen und die Bäume verzaubern – da wird es auf einmal dunkel um mich. Mehr weiß ich nicht mehr. Aber nun, Hans Hübner, fehlt mir mein Zauberstab!

„Ohne meinen Zauberstab kann ich doch nichts Gutes für dich bewirken!“

„Aber das ist ja überhaupt kein Problem“, antwortet Hans Hübner stolz. „Meine Truppe ist ja so fit wie nie, den Zauberstab haben die im Nu für dich gefunden!“

Hans Hübner bittet die Fee ihn zum Trainingslager zu begleiten und alle Kinder und Eltern folgen hintendrein.

 

Gewichte heben, Steine werfen und Hürdenlauf – Das Trainingslager

„Haha seht her Kinder! Hier sind meine treuen Räuber, schön am trainieren wie es sich gehört!“, freut sich Hübner begeistert und stellt seine drei Besten Sportler beim Training vor:

Johanna –  die Jägerin des Schlossbergs – hebt schwere Baumgewichte,  Karl – der junge Waffenschmied und Kampfexperte – schmeißt schwere Steine über eine hohe Stange und der alte Rudolf, Hans Hübners Vater springt über Hürden wie ein junges Reh.

Auf den erhofften Beifall der Kinder und der Fee kann Hans Hübner jedoch lange warten:

Ihr scharfen Augen haben längst den Rest der Raubritter Bande ausgemacht:

 

Die Gurkentruppe

Die einen tanzen betrunken um eine große Tafel und singen, furzen und saufen. Manch andere sehen sich schon im Räuber-Olymp angekommen und malen sich selbst auf Gemälde und einige der Räuber-Frauen waschen sich und gackern vor sich hin.

Doch bevor Hans Hübner überhaupt genau mitbekommt, was da so alles vor sich geht, tauchen oben am Hang mehrere schwarze Gestalten auf.

„Seht euch mal diese Gurkentruppe an, Männer!“, ruft der Größte unter den schwarz Gewandten.

„Hübner! Du hast deine Leute doch gar nicht mehr im Griff, du bist alt und hast ausgedient – ich, der schwarze Christian, bin jetzt der größte Bösewicht hier im Wald!“

Hans Hübner kocht mittlerweile vor Wut, wendet sich zu seinen faulen Räubern um und versucht diese zum Angriff zu bewegen – doch irgendwie gehorcht keiner – egal wie laut er brüllt.

„Und diesen komischen Zauberstab hier…“, der Schwarze Christian hebt einen bunten Stab unter seinem Mantel hervor und wedelt damit rum:“…den haben wir deiner Fee auch mal eben so stehlen können – achja und dein Gold – das haben wir auch. Hahaha!“

Unter lautem Lachen verschwindet die Wittgensteiner Truppe wieder im Wald.

Jetzt reicht es Hans Hübner:

Er stürmt herum und packt Hartwig, den Erstbesten der faulen Räuber der grade im Weg rumliegt und zerrt ihn vor die Kinder um mal ein richtiges Machtwort zu sprechen.

„Ihr solltet hier trainieren und jetzt könnt ihr noch nicht einmal mehr kämpfen wenn ich es befehle!“, brüllt Hans Hübner, während Hartwig sich anfängt in der Nase zu bohren.

„Jetzt ist Schluss mit dem Faulenzen…Hartwig, du und ihr anderen da drüben, ihr werdet euch jetzt von den einzigen drei Räubern die hier noch was taugen sofort zeigen lassen, wie man einen ordentlichen Überfall durchzuführen hat!

Und wenn ihr schon dabei seid, nehmt die Kinder mit – die sehen mir auch ein wenig verschlafen aus!“

Nach einigem Murren und Knurren machen sich die etwas zu fett gewordenen Räuber mit den Kindern im Schlepptau auf, ihren drei fleißigen Kumpanen hinterher zu kommen.

Die sind schon längst im Wald verschwunden sind, um den großen Überfall vorzubereiten.

 

Hartes Training für den Überfall

Und so beginnt ein anstrengender Tag im Wald, überall sieht man Kinder wie Räuber schwitzen. Es wird gesägt, gehämmert, marschiert und gekämpft.

Alle geben sich soviel Mühe wie sie können, obwohl so manch fauler Räuber hier und da immer noch ins Straucheln kommt.

Doch nach einiger Zeit ist alles für den Überfall vorbereitet und alle melden sich auf der großen Kreuzung bei Hans Hübner zurück, der den Großteil des Nachmittags damit verbracht hat, schöne Frauen nach ihrem Weg zu befragen…

Als Hübner dann dazu übergeht, den Zustand seiner Truppe in Augenschein zu nehmen und grade zu weiteren Befehlen ansetzen will, ertönt im Wald eine bereits bekannte, tiefe und windige Stimme:

 

Die Raubritter sind begeistert und recken vor Kampfeslust ihre Waffen gen Himmel.

Doch da haben sie die Rechnung nicht mit der Waldfee gemacht:

„Hans Hübner was ist eigentlich mit meinem Zauberstab? Du willst bei dem Überfall doch nur dein Gold zurückerobern, denk doch auch mal an mich!

Denn ohne meine Hilfe wirst du den Überfall wohl kaum schaffen und du weißt ich brauche meinen Zauberstab zum zaubern.“

 

„Ach meine liebste aller Feen! Du siehst doch ich bin ein starker Mann – das bekommen wir dieses mal auch ohne dich hin“, gibt Hübner siegesgewiss zurück.

„Und jetzt los ihr Räuber! Johanna bring deine Bogenschützen hinter das Tarnnetz, Hartwig du nimmst Hermann und Godehart und machst die Ramme bereit!“

„Aber Hübner, was sollen wir denn rammen?“, erwidert Hartwig verwirrt und kratzt sich am Kopf. „Wir sind doch im Wald, hier gibt es kein Tor!“

„Natürlich rammt ihr einen Baum und der fällt dann vor den Wagen des schwarzen Christians!“, erwidert Hübner, schlägt sich die Hand vor den Kopf und murmelt: „Gut, dass ich hier die Pläne mache.“

 

Der große Überfall…

… geht nicht ganz glatt vonstatten.

Hartwig hatte wohl ein Geräusch aus der falschen Richtung gehört und seine Truppe spontan angespornt einen Baum oberhalb des linken Weges umzurammen.

Leider kommt in diesem Moment der Schwarze Christian mit seinem Gefolge und einem großen schwarzen Wagen um die Ecke des oberen rechten Weges!

Und obwohl Hartwig nun mit dem Rücken zum Gegner steht, Godehart sich beim Rammen den Kopf gestoßen hat und einige Kinder blöd lachen, ist die Situation noch nicht ganz verloren.

Denn als die Schergen des schwarzen Christians auf die durmelligen Rammbock-Räuber zustürmen, fällt das Tarnnetz von Johanna zu Boden.

Sofort werden einige Gegner von Pfeilen getroffen und Hübners beste Kämpfer stürmen unter lautem Gebrüll hinter dem Netz hervor, die Waffen im Anschlag.

 

Es entbrennt ein wildes Gefecht auf der Hügelkuppe an der Weggabelung und nach einiger Zeit schaffen es selbst Hartwig, Godehart und Hermann den Weg in den Kampf zu finden.

Doch der Platz im Wald ist so begrenzt, dass schon bald haufenweise Räuber und schwarze Krieger eng umschlungen und wild um sich schlagend durch den Wald rollen.

Die Situation wird immer unübersichtlicher, als sich Hans Hübner plötzlich direkt Auge in Auge mit dem Schwarzen Christian wiederfindet.

 

Endkampf der Giganten

Das Schwertgefecht zwischen Hübner und Christian ist so heftig und wild, dass selbst Otto aufhört auf seinen Kontrahenten einzuschlagen und sich einfach auf dessen Brustkorb setzt um zuschauen zu können.

Doch desto länger der Kampf voranschreitet, wird immer klarer:

Auch Hans Hübner hätte die eine oder andere Trainingseinheit vielleicht gut getan. Oder ist er einfach nur älter als der schwarze Christian?

Die Situation scheint dieses Mal Aussichtslos für unsere Helden vom Schloßberg.

Doch halt!

Man sollte nie die Fee vergessen!

 

Diese hat den ganzen Trubel nämlich genutzt und es ist ihr gelungen ihren Zauberstab aus der Schatzkisten des Christians zurück zu erlangen.

„Siehst du Hübner, du brauchst mich doch!“, ruft sie und zaubert, dass es nur so glitzert und blitzt.

Christian ist geblendet und Hans Hübner schöpft neuen Mut und Kraft.

Nach drei kräftigen Hieben und guter Beinarbeit hat er seinen Gegner schließlich zu Boden gerungen.

 

Der Überall ist geglückt.

 


Am Ende des Abenteuers steht wie immer die offen Truhe des gütigen Burgherrn der Ginsburg, aus der sich alle mutigen Kinder gerne bedienen durften.

Die Schloßberg-Raubritter bedanken sich von Herzen

für die überwältigende Resonanz an diesem tollen Wochenende, die guten Gaben für unsere Truppe die viele Eltern in unserer Truhe zurückließen und freuen sich, alle Kinder, Eltern, Freunde und Wegbegleiter im nächsten Jahr auf der Ginsburg wieder begrüßen zu dürfen.

Auf in ein neues Abenteuer!
Habt Dank und Gehabt euch Wohl.

 

Die Schloßberg-Raubritter im Jahre Anno 2017

 

*** Ein herzliches Dankeschön geht an

Stimmen:

Wilfried Niesar (Schlossberg Raubritter)

Musik:

Adrian von Ziegler 

BrunuhVille

Kevin MacLeod (Incompetech)

Sponsoren

Stadtsparkasse Hilchenbach

(Danke für viele hundert (essbare) Goldtaler)